Kunst kommt nicht von Können!

Klaus-G. Hinz über Klaus-G. Hinz 

Eine meiner größten Unsicherheiten in Bezug auf meine Kunst war meine Arbeitsweise. Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Schattierungen zu ungeschliffen oder meine Linien nicht gerade genug waren oder dass die Details nicht so gut waren, wie ich es mir vorgestellt hatte!

Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass all diese Dinge, die ich für Mist hielt, in Wirklichkeit das sind, was meiner Kunst ihre Identität verleiht.

Ich schätze, es ist schwierig, seinen Stil zu akzeptieren, besonders heutzutage, wo alles in den sozialen Medien so fein abgestimmt zu sein scheint, aber die Wahrheit ist, dass es schwierig sein wird, bis man seinen Prozess akzeptiert und annimmt, grow!

Nachdem ich meinen Prozess angenommen hatte, wurde mir bewusst, wie einfach es eigentlich sein kann. Doch dann fühlte ich mich nach weiterem Suchen gelähmt und konnte nicht mehr weiterarbeiten. Ich persönlich finde das sehr schade, aber was soll ich machen? So ist es nun mal.

Danach frage ich mich: Was soll ich tun? Weiterarbeiten oder lieber stoppen? Das ist keine leichte Entscheidung für mich. 

Wenn ich mit jemandem darüber spreche, bekomme ich oft nur die Antwort: „Picasso hat auch bis zu seinem Lebensende gearbeitet.“

Nun ja, ich bin schließlich kein Picasso!

Trotz all der Unsicherheiten und Vergleiche mit großen Künstlern wie Picasso habe ich erkannt, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss. Es ist in Ordnung, nicht perfekt zu sein und sich in seinem kreativen Prozess verloren zu fühlen. Vielleicht ist es an der Zeit, einfach das zu tun, was mir Freude bereitet, ohne mich ständig mit anderen zu messen. Letztendlich zählt nicht, wie berühmt oder talentiert ich bin, sondern dass ich meine Leidenschaft für die Kunst lebe und mich weiterentwickle.

Hoffentlich!

 

 

Auszug der Arbeisweisen von Klaus-G. Hinz
 

Der Betrachter wird geradezu provoziert.....

 

Klaus-G. Hinz zeigt hier einen Einblick seiner Werke. Zeigte er früher vorwiegend Arbeiten auf Papier, so wählte der Künstler nun als Untergrund Leinwand, denn für seine impulsiven und expressiven Bilder braucht Hinz größere Formate mit einem größeren Widerstand.

Acrylfarben, kombiniert mit Pastelkreiden sind oft in mehreren Schichten aufgetragen, so daß die neuen Arbeiten einen kompakten Charakter erhalten. Durch großzügiges Auftragen der Farbe mit einem dicken Pinsel, den Händen oder anderen Hilfsmitteln, wurden größere Formate erforderlich. Das unterstreicht den Eindruck ungehemmter Spontaneität und macht das Streben von Hinz deutlich, sein Ausdruckspotential zu variieren und zu erweitern.

 

Farben, Formen und Linien werden ohne Reflexion, ohne zuvor erarbeitete Konzeption auf den Malgrund aufgetragen. Dabei dienen Farben und Formen nicht mehr zur Illustration, sondern sie stellen sich selbst dar, d.h. sie wirken aus ihrem Eigenwert heraus. Ob eine Linie als statisch oder dynamisch, eine Farbe als dominant oder zurückhaltend betrachtet wird, begründet sich durch ihre Positionen auf der Fläche, ihre Größe, ihre Relation untereinander. Proportionen und Abstände und die daraus entstehenden Spannungen machen ganz wesentlich die Qualität dieser Arbeiten aus.

Klaus-G. Hinz wählte für die neuen Arbeiten Blau, Weiß und Gelb, was zu einer noch weiteren Abstraktion der Bilder führt. Die neue Farbwahl und die strukturelle Anordnung anderer Bildelemente läßt kaum noch Assoziationen zu Gegenständlichem zu. Der Künstler befreit somit sich und den Betrachter von den engen Grenzen einer vermeintlichen Objektivität der Realität und liefert statt dessen jeweils eine nach allen Seiten offene Bildkomposition, die vom Betrachter kreativ gefüllt werden muß. 

 

Der Betrachter wird geradezu provoziert, nach Bezügen zu außerbildlichen Wirklichkeiten zu suchen. Der Konnex zwischen Künstler, Werk und Betrachter wird gerade durch die kompositorische Struktur, die sich durch große inhaltliche und formale Offenheit auszeichnet, hergestellt. Der Verzicht auf traditionelle Kompositionsschemata sowie wiedererkennbare Stilrichtungen spiegelt dabei die Brüchigkeit des modernen Lebensgefühls wider, dem jede Form von Sicherheit als lebens- und damit auch als kunstfern gilt. 

Gerade weil in diesen Bildern nichts definitiv ist, können sie zu einem einzigartigen Experimentierfeld für die Phantasie des Betrachters werden.

Die Arbeiten von Klaus-G. Hinz sind noch am ehesten der informellen Malerei zuzuordnen. Diese künstlerische Richtung der abstrakten Malerei versteht sich insofern als innovativ, als sie jeden Rückgriff auf vor oder neben dem Bild Existierendem vermeidet. Weder die Gegenstandswelt noch irgendwelche ästhetischen Normen sind für das Informelle verbindlich. Auch geht es ihren Vertretern nicht darum, das eigene Werk in ein Verhältnis zur Geschichte und zum bisher Geleisteten zu bringen, weil sonst die Offenheit der Formulierung und Formalisierung der Empfindungen nicht gewährleistet ist. 

 

Es ist aber gerade ein wesentliches Anliegen informeller Kunst, die Empfindungen durch spontanes Auftragen von Farbflecken auszudrücken. Daß der emotionale Ausdruck spontaner Malakte aber stets verknüpft ist mit dem Wissen um die Sprachfähigkeit und Selbstausdrücklichkeit des Materials, zeigen die Bilder von Klaus-G.Hinz deutlich.

Farben, Formen und Linien entfalten im Moment ihres spontanen Entstehens eine Eigendynamik, die dem einzelnen Bild seine spannungsvolle Struktur verleiht. Jedes Werk ist somit Abbild eines Ausdrucksgeschehens, das in sich einen Empfindungsablauf in malerischer Konzentration bündelt. Insofern muß die Bildsprache in den Werken des Künstlers als einzigartige und unwiederholbare Setzung verstanden werden.

Diese setzt aber keinen Abschluß, sondern macht vielmehr das Vorübergehende und Momentan-Situative als Beginn eines weiteren Schaffensaktes nicht nur erfahrbar, sondern zwingend notwendig. Auch darin, daß die kompositorische Struktur seiner Bilder von großer Offenheit geprägt sind, zeigt sich die künstlerische Nähe von Klaus-G.Hinz zum Informel. Seine Aktionsbilder sind mehr als ein bloßer Ausdruck seines individuellen Unbewußten. Vielmehr versuchen sie in ihrem bewußten Verzicht auf inhaltliche und formale Anleihen der allgegenwärtigen Tendenz zur Normierung zu widerstehen. Die frei von allen Regeln geschaffenen phantastischen Bilder von Klaus-G.Hinz dürften gerade wegen dieser eindringlich-unaufdringlichen Aussage auf das Interesse einer künstlerisch ambitionierten Allgemeinheit stoßen. Die formale Offenheit der Bilder vermag den Betrachter zu eigenständigen Assoziationen anzuregen und macht ihn damit zu einem kreativen Partner des Künstlers.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.